Literaturwissenschaft

Vorstellung der Abteilung

Die anglistische Literaturwissenschaft beschäftigt sich mit der Geschichte der englischsprachigen Literaturen (ausgenommen der USA) von den Anfängen bis zur Gegenwart. Dies reicht von mittelalterlichen englischen Texten wie ‚Beowulf‘ bis zu den neueren englischsprachigen Literaturen, die sich in den Ländern des ehemaligen britischen Kolonialreichs entwickelt haben. Wir pflegen in jedem Fall den Kanon von Chaucer und Shakespeare bis zu Virginia Woolf oder Salman Rushdie, aber wir haben ebenfalls eine Hochschuldozentur deren Schwerpunkt in der australischen und kanadischen Literatur liegt.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit literarischen Texten beinhaltet auch Fragen der Methodologie und relevanten Theorien, zu denen in der Anglistik u.a. regelmäßige Ringvorlesungen angeboten werden. Die Anwendung von Literaturtheorie soll dabei die Textkompetenz stärken und das Durchdringen komplexer Zusammenhänge erleichtern. Neben der fundierten und lebendigen Vermittlung von alten und neuen Klassikern kennzeichnen zwei Schwerpunkte die anglistische Literaturwissenschaft an der Universität Leipzig.

Zum einen dominiert eine interkulturelle Betrachtungsweise, d.h. literarische Werke werden in ihren kulturellen und politischen Kontexten betrachtet, die bis zu internationalen Zusammenhängen reichen. Dabei wird z.B. anhand von Reiseliteratur das Potential narrativer Texte deutlich, Stereotype zu formen oder zu hinterfragen. Weiterhin liegt ein Forschungsschwerpunkt auf dem Einfluss Indiens auf anglophone Literaturen, vor allem als spirituelle Alternative zu westlichen Kulturen. Generell kann Literatur heutzutage nicht mehr allein als nationale gefasst werden, weswegen ein komparatistischer Ansatz oft aufschlussreich ist. Auch in anderen Bereichen wie der phantastischen Literatur und der Kinderliteratur stellen Diskurse über Identität und Differenz einen wichtigen Ansatzpunkt dar.

Der zweite Schwerpunkt ist die interdisziplinäre Betrachtung von Literatur, die im Dialog mit weltanschaulichen und sozialen Systemen steht, sowie mit anderen Künsten und Medien, wie z.B. Film, Musik und Architektur. Neben dem Forschungsschwerpunkt Wissenschaft und Literatur, spielen viele Themenbereiche wie Kriminalliteratur, moderne Mythen, Populärkultur und Filmadaptionen in Lehre und Forschung eine tragende Rolle. Dabei haben wir nicht zuletzt die Vielfalt an medialen Vermittlungsformen von Literatur im Blick, was sich auch in den Seminaren und Vorlesungen widerspiegelt. Durch diese Sicht auf Literatur, die über das Buch hinausgeht, besteht auch eine enge Verzahnung der Fachbereiche Literaturwissenschaft und Kulturstudien in der Leipziger Anglistik.

Durchgeführte Konferenzen

  • International Chesterton Symposium, Leipzig 1996
  • Lost Worlds and Mad Elephants: An International Conference on Science, Literature and Technology, Leipzig 1998
  • Phantastische Kinderliteratur / Fantasy for Children, Leipzig 1999
  • The Golden Egg. Alchemy in Art and Literature, Leipzig 2000
  • The Reception of H.G. Wells in Europe, Leipzig 2002
  • Magical Objects. Leipzig 2004
  • Owen Barfield: Visions and Revisions, Leipzig 2006
  • Joseph Conrad: Polen und Europa, Leipzig 2007
  • Under Western and Eastern Eyes: Blickwinkel Ost-West. Begegnungen zwischen Osten und Westen in der Reiseliteratur des 20. Jahrhunderts, Leipzig 2010.
  • Der andere Conan Doyle / The Other Conan Doyle, Leipzig 2011
  • Dickens on the Move. Between Cultures and Continents. Leipzig 2012.
  • Ein Gelehrtenleben zwischen Literatur, Wissenschaft und Politik. Zum 50. Todestag des Leipziger Anglisten Levin Ludwig Schücking. Vorträge und Erinnerungen, Leipzig 2014
  • Ghosts – A Conference on the (Nearly) Invisible. Internationales Symposium der Inklings - Gesellschaft für Literatur und Ästhetik e.V., Leipzig 2015